obviFLOW 26_1: ToolFENCE: Klare Grenzen statt Kollisionen

Mehr Transferwerkzeug konstruieren, weniger Freigängigkeitskurven positionieren.

Der Zaun gibt dem Garten Form – ToolFENCE dem Werkzeug seinen Bauraum. Was zunächst wie ein Bild klingt, ist der Kern einer Idee, die die Kollisionsprüfung im Transferwerkzeugbau grundlegend vereinfacht.

Warum ein 3D-Problem nicht auf das Zeichenbrett gehört

Am Anfang stand eine einfache Frage: Warum beschreiben wir ein dreidimensionales Problem mit zweidimensionalen Kurven? Werkzeuge, Greifer und Bauteile bewegen sich im Raum – also sollte auch der Freiraum, den sie brauchen, ein Raum sein und kein Liniengewirr.

 

Der klassische Weg über Freigängigkeitskurven für Unter- und Oberwerkzeug ist unübersichtlich, aufwändig im Anlegen und Prüfen und fehleranfällig bei jeder Änderung. Pneumatisch ausgeführte Bauteilkippungen, Schrittänderungen oder das Wenden eines Bauteils lassen sich damit kaum sauber darstellen. Eine Kurve zeigt eben immer nur, wohin sich ein einzelner Punkt bewegen darf – nicht die gesamte Geometrie.

ToolFENCE erklärt in 8 Schritten: von der Freigängigkeitskurve zum volumetrischen Bauraum.

Die Idee: den Bauraum sichtbar machen

ToolFENCE dreht die Perspektive um. Statt jede Bewegung mühsam nachzuzeichnen, wird der Bauraum sichtbar gemacht, der dem Werkzeug tatsächlich bleibt. Die entscheidende Frage lautet damit nicht mehr, ob und wo es zu einer Kollision kommt, sondern wo Raum für ein Werkzeugelement ist – und wo dieses seine Funktion optimal erfüllen kann.

Die Entstehung: von der Bewegung zum Volumen

Aus den mit dem Transfer bewegten Elementen – Bauteilen, Greifern, Transfer – entstehen zunächst Sweep-Volumen. Sie beschreiben exakt den Raum, den die Bewegung tatsächlich beansprucht. Diese Sweep-Volumen werden anschließend vom verfügbaren Bauraum abgezogen.

Übrig bleiben zwei klare Hüllvolumen: eines für das Unter-, eines für das Oberwerkzeug. Zwei Körper, in denen die komplette Bewegungsinformation samt der erreichbaren Hubzahl bereits implizit steckt. Mit obviFLOW entstehen diese Volumen auf Knopfdruck und lassen sich im STL- und STEP-Format exportieren – CAD-neutral und ohne Umwege.

Die Anwendung: mit einem Blick geprüft

Die ToolFENCE-Hüllen werden im Startmodell hinterlegt und sind dort statisch verfügbar. „Mit einem Blick geprüft" ist dabei wörtlich gemeint:

  • Positionierung. Einblenden genügt. Die geraden Außenflächen zeigen sofort, ob die Hülle sauber auf dem Schiebetisch aufliegt; die seitlichen Abstände belegen eindeutig die korrekte Position und Ausrichtung. 
  • Kollisionsprüfung. Beim Einblenden überdeckt die ToolFENCE-Hülle die Konstruktion. Ragt ein Element aus der Hülle heraus, kommt es genau dort zur Kollision. Auf einen Blick, ohne Diskussion – alles im gewohnten CAD-Umfeld und ganz ohne Kinematik-Lizenz.

So muss der Konstrukteur keine Kurven mehr anlegen. Er kann sich auf Funktion, Herstellbarkeit und Umformung konzentrieren – und trimmt das Werkzeug ganz nebenbei auf Hubzahl und Freigängigkeit.


Das Ergebnis: Fehler ausschließen statt korrigieren

Werkzeuge, die von vornherein auf Funktion, Hubzahl und Freigängigkeit getrimmt sind, sparen genau die Schleifen, die sonst Zeit und Geld kosten:

  • Keine Taschen fräsen
  • Keine Greiferumbauten
  • Keine Korrekturschleifen
  • Keine Überraschungen beim Ersteinbau in der Transferpresse

Fehler ausschließen statt korrigieren bedeutet kürzere Konstruktionszeiten und eine Maschinen- und Fertigungsintegration, die von Beginn an mitgedacht ist.

Weniger positionieren. Mehr konstruieren.

Mehr Übersicht, schnellere Konstruktion, freigängigere Werkzeuge und am Ende eine höhere Pressenausbringung: Mit der aktuellen Version obviFLOW 26_1 lässt sich das alles mühelos erzeugen. Schluss mit dem Jonglieren unzähliger Kurven – ein kleiner Klick im Modell, ein großer Sprung im Durchlaufplan. 🌗

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