Experten- und Fachpersonalwüste

Nicht nur mit Aufkommen von IoT und Industrie 4.0 sowie durch die Umwälzungen aufgrund der Elektromobilität steht die Frage nach Kernkompetenzen und Wertschöpfung im Fokus unternehmerischen Handelns. 

 

Folgender Artikel, erschienen im Tagesspiegel am 20.11.2019, hat mich zu diesem Eintrag bewegt.

"Was Konzerne alles tun, um IT-Fachkräfte zu werben"

 

Insbesondere eine herausragende Stellung bzw. das Image sowie erweiterte HR-Möglichkeiten von Großkonzernen sorgen für die in dem Artikel des Tagesspiegel beschriebene Knappheit an Spezialisten. Dies trifft massiv die vielen Hidden-Champions aus dem Mittelstand.

 

Zwei Fragen bewegen mich in diesem Zusammenhang:

  1. Wann lohnt sich eigenes Fachpersonal?
  2. Wie wird sichergestellt, dass diese Expertise nachhaltig und auf Dauer besteht?

Meine Genanken hierzu möchte ich am Beispiel der Hubzahl- und Ausbringungsoptimierung (OEE) an Stanz- und Umformautomaten veranschaulichen.

 

Die Qualifizierung in diesem Bereich erfordert sich interdisziplinär mit Themen des Maschinen- und Werkzeugbaus sowie mechatronischen Systemen auseinanderzusetzen. Soweit zur Theorie. Ohne sich darüber hinaus mit den Produktionsgegebenheiten im Presswerk vor Ort auseinanderzusetzen und ohne Gelegenheit wiederkehrend, innerhalb kurzer Zeitabstände neue/ verlagerte Werkzeuge und Abläufe zu optimieren ist es kaum aussichtsreich, Expertise hier aufzubauen.

 

Dies erfordert vom Management:

  • Zeit für das Optimierungspersonal, um Erfahrung zu sammeln (und überhaupt, um zu optimieren)
  • Hohe Zahl von Werkzeug- oder Anlagen-Neuanläufen zur wiederkehrenden Übung
  • Gelegenheit zur Fortbildung im Rahmen von Workshops, Messebesuchen, Coachings

 

In der Praxis wundert man sich oft über die schnell verpuffende Wirkung von Schulungs- und Servicemaßnahmen. Die soeben noch von der eigenen Mannschaft sehr souverän durchgeführte Prozessoptimierung erreicht in der Wiederholung mit einem neuen Werkzeug kaum mehr eine Ausbringungssteigerung. Oder einmal eingestellte und gefahrene Hubzahlen werden nicht mehr erreicht. Der Aspekt der Nachhaltigkeit tritt in diesem Kontext besonders in den Vordergrund.

 

Auch diesen Themen kann durch ein konsequentes Management begegnet werden. Was bei eigenem Expertenpersonal jedoch aus meiner Sicht eine echte Schwierigkeit darstellt, ist der fehlende Austausch.

 

Fachliche Diskussion oder Benchmarking mit einem externen Experten kann hierbei, auch für bereits geschultes und ausgewiesenes Expertenpersonal, eine Herangehensweise sein, um der kreativen und effektiven Knowhow Austrocknung entgegenzuwirken.

In manchen Fällen ist der Aufbau eigener Kompetenzen sehr sinnvoll und unumgänglich. In vielen Fällen ist der zeitlich begrenzte Zugriff auf externe Spezialisten die smartere Entscheidung.

 

Wie auch immer Ihre Strategie aussieht. In beiden Fällen unterstütze ich Sie gerne dabei im Presswerk besser zu werden.

 

Fühlen Sie sich als Verantwortlicher im Presswerk, der Prozess- und Ausbringungsoptimierung sowie in der Werkzeugkonstruktion angesprochen? …gerne freue ich mich auf Ihre Nachricht.